Kreatin kennen die meisten aus dem Fitnessstudio, als Mittel für den Muskelaufbau. Die spannendsten Erkenntnisse der letzten Jahre haben mit Muskeln aber gar nichts zu tun. Sie betreffen das Gehirn. Dein Gehirn gehört zu den Organen mit dem höchsten Energiebedarf im Körper, und Kreatin spielt eine zentrale Rolle dabei, wie Gehirnzellen diese Energie bereitstellen und wiederverwerten. Was genau macht Kreatin also im Gehirn, und kann es bei Konzentration, Gedächtnis und mentaler Müdigkeit wirklich helfen? Ein Blick auf die Studienlage.
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Was Kreatin ist, und warum dein Gehirn es braucht
Kreatin ist eine Verbindung, die dein Körper selbst herstellt und die du zusätzlich über Lebensmittel wie Fleisch und Fisch aufnimmst. Rund 95 Prozent davon sitzen in der Muskulatur, weshalb Kreatin überhaupt erst als Sport-Supplement bekannt wurde. Der Rest verteilt sich auf Gehirn, Herz und andere Gewebe. Der Anteil im Gehirn ist klein, aber alles andere als nebensächlich: Kinder, die Kreatin von Geburt an nicht selbst bilden oder nicht ins Gehirn transportieren können, zeigen schwere neurologische Störungen.

Das Gehirn macht nur rund 2 Prozent deines Körpergewichts aus, verbraucht im Ruhezustand aber etwa 20 Prozent deiner Energie. Jeder Gedanke, jeder abgerufene Name, jede Minute konzentrierter Aufmerksamkeit wird in ATP bezahlt, dem Molekül, über das Zellen Energie bereitstellen.
Der Haken: Zellen können ATP nicht auf Vorrat anlegen. Was sie gespeichert haben, reicht nur für Sekunden. Deshalb arbeiten sie stattdessen mit einem Recyclingsystem. In der Zelle liegt ein Teil des Kreatins in einer Form vor, die an eine Phosphatgruppe gebunden ist: Phosphokreatin. Sobald ATP verbraucht wird, gibt Phosphokreatin sein Phosphat ab und baut es wieder auf. Das Ganze dauert Millisekunden.
Man kann sich das wie eine Powerbank vorstellen, die direkt am Gerät hängt. Je schneller ein Neuron sein ATP wiederherstellt, desto länger feuert es, bevor die Leistung nachlässt. Ist dieser Puffer klein oder träge, merkst du das als jene Art von Müdigkeit, bei der dir das Wort, das du suchst, förmlich auf der Zunge liegt und trotzdem nicht kommt.
Mit dem Alter wird das wichtiger. Gehirnzellen werden im Laufe der Zeit weniger effizient darin, Energie zu erzeugen und zu nutzen. Das ist einer der Gründe, warum es sich schwerer anfühlt als früher, sich an Namen zu erinnern, in einem langen Meeting konzentriert zu bleiben oder im müden Zustand klar zu denken.
Anzeichen dafür, dass deinem Gehirn Energie fehlt
Geistige Leistungsfähigkeit ist nicht konstant, und die Einbrüche sehen bei den meisten Menschen ähnlich aus:
- Nebel am Nachmittag, als läge Watte im Kopf
- Der Faden reißt mitten im Satz
- Das Wort, das du sicher kennst, kommt einfach nicht
- Mentale Müdigkeit, die früher einsetzt als noch vor ein paar Jahren
- Der zweite Kaffee, nur um überhaupt in Gang zu kommen
Nichts davon ist für sich genommen ein Grund zur Sorge. Oft heißt es schlicht, dass Energiebedarf und Energienachschub im Gehirn gerade nicht zusammenpassen. Genau an dieser Stelle setzt die Forschung zu Kreatin an.
Wer am meisten von Kreatin profitiert
Kreatin gehört zu den wenigen Supplements, bei denen die Forschung ziemlich genau sagen kann, wer davon profitiert.
Wer wenig Fleisch und Fisch isst. Kreatin steckt fast ausschließlich in diesen beiden Lebensmitteln, und dein Körper stellt von sich aus nur etwa ein Gramm pro Tag her. Vegetarierinnen und Vegetarier zeigen in Studien deshalb regelmäßig die deutlichsten Effekte. In einer Untersuchung mit jungen Erwachsenen verbesserte Kreatin die Gedächtnisleistung in der vegetarischen Gruppe, bei den Fleischessern passierte praktisch nichts. Eine weitere Studie fand bei Vegetariern nach sechs Wochen ein besseres Arbeitsgedächtnis und besseres schlussfolgerndes Denken.
Wer zu wenig schläft. Unter Schlafmangel zeigen sich kognitive Effekte von Kreatin am deutlichsten. In den Untersuchungen hielten die Kreatingruppen ihre Leistung, während die Placebogruppen abfielen.
Erwachsene ab 40. Zwei Dinge verändern sich ab den späten Dreißigern. Die Mitochondrien, also die Kraftwerke jeder Zelle, arbeiten weniger effizient, und das Gehirn reagiert darauf besonders empfindlich. Gleichzeitig nimmt der Tiefschlaf ab. Die nächtliche Erholung wird flacher, auch wenn die Stundenzahl gleich bleibt.
Frauen. Frauen haben deutlich niedrigere körpereigene Kreatinspeicher als Männer, was zum Teil an der Körperzusammensetzung liegt und zum Teil daran, dass sie im Schnitt weniger Fleisch und Fisch essen. In den Wechseljahren kommt eine weitere Veränderung dazu: Östrogen beeinflusst, wie effizient Neuronen Glukose verwerten. Hirnscans über diese Phase hinweg zeigen messbare Rückgänge im Glukoseverbrauch, gerade in den Regionen, die komplexes Denken übernehmen.
Der gemeinsame Nenner ist der Ausgangswert. Je weiter unterhalb der Sättigung du startest, desto mehr scheint es zu bringen, die Speicher aufzufüllen.
Was die Forschung zeigt
Am stärksten ist die Befundlage beim Gedächtnis. Eine Metaanalyse randomisierter Studien von 2023 fand eine Verbesserung der Gedächtnisleistung, wobei sich der Effekt bei Erwachsenen zwischen 66 und 76 Jahren konzentrierte. Eine Metaanalyse von 2024 über eine breitere Altersspanne berichtete zusätzlich von Effekten auf Aufmerksamkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit.

Unter Belastung zeigt sich mehr. Eine Übersichtsarbeit von 2018 fand die deutlichsten Ergebnisse bei älteren Erwachsenen und bei Menschen, deren Körper unter Stress stand. Bei Teilnehmenden mit Schlafmangel hielt die Kreatingruppe ihre Leistung, während die Placebogruppe nachließ.
Seit 2025 gibt es erste Daten zu den Wechseljahren. Forschende gaben 36 Frauen in der Perimenopause und Postmenopause acht Wochen lang Kreatin. Die Reaktionszeiten verbesserten sich, und die Kreatinwerte im Frontalhirn stiegen messbar an. Letzteres ist der eigentlich interessante Teil, denn es zeigt, dass der Stoff tatsächlich im Zielgewebe ankommt. Die Studie ist klein. Aber sie liefert die ersten direkten Hinweise für diese Gruppe und zeigt in dieselbe Richtung wie alles andere.
Vier Mythen über Kreatin
„Kreatin ist was fürs Fitnessstudio.“ Diesen Ruf hat es, weil die Muskulatur den größten Teil speichert. Der Mechanismus ist im Gehirn aber derselbe, und die Forschung zur kognitiven Wirkung läuft seit über zwanzig Jahren.
„Man braucht eine Ladephase.“ Eine Ladephase bedeutet rund 20 g täglich über fünf bis sieben Tage. Nötig ist das nicht. Mit 3 bis 5 g täglich erreichst du denselben Sättigungspunkt in drei bis vier Wochen, und das mit deutlich weniger Magenbeschwerden.
„Davon werde ich aufgeschwemmt.“ Die Sorge stammt aus genau diesen hoch dosierten Ladephasen im Sport. Das Wasser, um das es dabei geht, wandert in die Muskelzelle, nicht unter die Haut. Bei 3 g täglich ist das kein Thema, und Kreatin führt nicht zu Fettzunahme.
„Das belastet die Nieren.“ Langzeitstudien mit gesunden Erwachsenen haben bei üblichen Dosierungen keine Nierenschäden gezeigt. Kreatin hebt allerdings den Kreatininwert im Blut leicht an, was im Blutbild irritierend aussehen kann. Sag deiner Ärztin oder deinem Arzt deshalb Bescheid, wenn der Wert zur Sprache kommt. Bei bestehender Nierenerkrankung bitte vorher abklären.
Und zur Frage, ob Ernährung reicht: Du müsstest etwa ein Kilo rohes Rindfleisch oder Lachs essen, um auf 3 bis 5 g zu kommen, und beim Garen geht ein Teil verloren. Für die meisten Menschen ist das über die Ernährung allein nicht machbar.
Wie viel Kreatin fürs Gehirn?
Die kognitive Forschung arbeitet in der Regel mit 3 bis 5 g täglich. Der Einnahmezeitpunkt ist dabei zweitrangig, die Regelmäßigkeit nicht. Du füllst einen Speicher auf und nimmst nichts, das innerhalb einer Stunde anspringt. Also täglich, auch an Tagen ohne Training.
Plane drei bis vier Wochen ein, bevor du ein Urteil fällst.

Warum die Form eine Rolle spielt
Bisher haben wir über Kreatin gesprochen, als wäre es eine einzige Substanz. Verkauft wird es in mehreren Varianten, meist mit dem Argument, die neuere werde besser aufgenommen: Hydrochlorid, Ethylester, verschiedene gepufferte Formen. Belegt hat sich das bisher nicht. Kreatin-Monohydrat ist die ursprüngliche und mit Abstand am besten untersuchte Form und bleibt der Maßstab, an dem sich alles andere messen muss. Überzeugend geschlagen hat es bisher nichts.
Was sich tatsächlich unterscheidet, und zwar deutlicher als die meisten annehmen, ist die Verarbeitung dieses Monohydrats. Drei Dinge entscheiden darüber, ob ein Kreatinprodukt im Alltag etwas taugt: ob es sich löst, ob die Dosis der Studienlage entspricht und womit es kombiniert ist.
Warum AVEA in MindSpan™ auf Clonapure® setzt
Kreatin ist der mengenmäßig größte Einzelinhaltsstoff in MindSpan™. Die Wahl der Kreatinform war deshalb die wichtigste Entscheidung der gesamten Formulierung. Wir verwenden Clonapure®, ein mikronisiertes Kreatin-Monohydrat, kombiniert mit einer kleinen Menge Phosphokreatin und Calciumphosphat. Dafür gibt es vier Gründe.
Es baut auf der am besten untersuchten Form auf. Clonapure® ist Kreatin-Monohydrat, also die Variante, hinter der zwanzig Jahre kognitive Forschung stehen. Neuere Formen treten meist mit größeren Versprechen und dünnerer Datenlage an.
Es ist so dosiert wie in der Forschung. Jedes Sachet liefert volle 3.000 mg und liegt damit im Bereich von 3 bis 5 g, mit dem kognitive Studien arbeiten, ganz ohne Ladephase. Das ist auch der Grund, warum MindSpan™ ein Pulver ist und keine Kapsel. Drei Gramm passen schlicht nicht in eine Kapsel, erst recht nicht neben weiteren Inhaltsstoffen. Die meisten kognitiven Formeln lösen das, indem sie Kreatin weglassen oder eine symbolische Menge aufnehmen. Wir dosieren lieber einen Inhaltsstoff so, dass er zählt, statt zehn nur anzudeuten.
Es löst sich wirklich. Gewöhnliches Kreatinpulver ist dafür berüchtigt, am Glasboden liegen zu bleiben. Mikronisiertes Kreatin hat eine deutlich kleinere Partikelgröße und verteilt sich dadurch richtig im Wasser. Klingt nach einer Nebensächlichkeit. Ist es nicht, wenn du das jahrelang jeden Morgen trinken sollst.
Es enthält zusätzlich Phosphokreatin. Also genau die Form, die Zellen in Reserve halten, um im entscheidenden Moment Phosphat abzugeben. Clonapure® enthält neben dem Monohydrat eine kleine Menge davon. In einer Laborstudie von 2025 an menschlichen Nervenzellen unter metabolischem Stress unterstützte die Kombination die ATP-Produktion effizienter als Monohydrat allein. Diese Arbeit stammt aus der Zellkultur. Für uns ist sie der Grund, warum wir diese Form gewählt haben, und ausdrücklich kein Versprechen darüber, wie du dich am Dienstagnachmittag fühlst.
Dazu kommt: MindSpan™ ist frei von Stimulanzien. Kein Koffein, keine Nervosität, kein Toleranzaufbau. Etwas, das du über Jahre jeden Morgen nehmen kannst.
Kreatin ist nur ein Teil des Bildes
Kreatin adressiert die Energieversorgung. Konzentration und Gedächtnis brauchen mehr als Energie, deshalb kommen in MindSpan™ fünf weitere Inhaltsstoffe dazu, jeder einzeln auf der Packung ausgewiesen.
Taurin, 1.000 mg. Ein volles Gramm, während die meisten Formeln nur eine Spur einsetzen.
L-Tyrosin, 500 mg. Die Vorstufe, aus der dein Körper Dopamin und Noradrenalin bildet.
Blaubeerextrakt, 200 mg, davon 50 mg Anthocyanidine. Der Anthocyanidin-Gehalt steht auf dem Etikett, was die wenigsten Produkte ausweisen.
L-Theanin, 100 mg, aus Grüntee-Extrakt.
Jod, 75 µg. Jod trägt zu einer normalen kognitiven Funktion und zur normalen Funktion des Nervensystems bei. Bei einer Schilddrüsenerkrankung oder bei Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten bitte vorher ärztlich abklären.
Kein Koffein, kein Zucker, keine Süßungsmittel. Ein Sachet mit Beerengeschmack täglich in einem großen Glas Wasser. Dreißig Stück pro Packung.

Fazit
Kreatin stand dreißig Jahre lang im Regal bei den Sportsupplements, und genau deshalb kam kaum jemand auf die Idee, dass es auch für den Kopf relevant sein könnte. Dabei ist es ein Grundbaustein dessen, wie jede Zelle mit Energie umgeht. Und das Organ mit dem höchsten Energiebedarf im Körper ist das Gehirn.
Am deutlichsten ist die Datenlage bei Menschen, deren Gehirn gegen Widerstand arbeitet: älter, zu wenig Schlaf, wenig Fleisch und Fisch, oder mitten in einer hormonellen Umstellung. Ab Anfang vierzig trifft mindestens einer dieser Punkte auf die meisten zu. Gib dem Ganzen einen Monat und achte darauf, wie deine Nachmittage laufen.
Häufige Fragen
Hilft Kreatin dem Gehirn oder nur dem Muskel? Der Mechanismus ist in beiden Geweben derselbe: Kreatin ist am Wiederaufbau von ATP beteiligt, und das Gehirn gehört zu den Organen mit dem höchsten Energiebedarf. In Studien zeigen sich Effekte am deutlichsten bei älteren Erwachsenen, bei Schlafmangel und bei Menschen, die wenig Fleisch oder Fisch essen.
Merke ich es sofort? Kreatin baut sich über drei bis vier Wochen täglicher Einnahme auf. L-Theanin, ein weiterer Inhaltsstoff in MindSpan™, wirkt schneller. Kreatin ist die lange Linie.
Ist es ein Stimulans? Stört es den Schlaf? Nein. MindSpan™ enthält kein Koffein und keine Stimulanzien, weder mit Einfluss auf den Schlaf noch mit Toleranzaufbau.
Auch an trainingsfreien Tagen? Ja. Du hältst einen Speicher gefüllt. Genau deshalb ist die tägliche Einnahme der entscheidende Punkt.
Unterschied zwischen Männern und Frauen? Der Mechanismus ist identisch. Frauen starten tendenziell mit niedrigeren Kreatinspeichern, haben also mehr Spielraum nach oben. Die Gründe für die Einnahme gelten für beide.
Langfristig sicher? Kreatin gehört zu den am besten untersuchten Supplement-Inhaltsstoffen überhaupt und zeigt bei üblichen Dosierungen über Jahre ein gutes Sicherheitsprofil. Bei Schwangerschaft, Stillzeit, Medikamenteneinnahme oder bestehenden Erkrankungen, einschließlich Schilddrüsen- und Nierenerkrankungen, bitte vorher ärztlich abklären.
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