Alle gehen davon aus, dass ich eine Pflegeroutine mit vierzig Schritten habe.
Ich habe ein Longevity-Unternehmen gegründet und entwickle beruflich Nahrungsergänzungsmittel. Ich bin 37, habe ein Kind und einen Terminkalender, der auf meine Haut keine Rücksicht nimmt. Entsprechend erwarten viele ein Badezimmerregal voller Seren. Das Regal ist ziemlich leer. Das meiste, was meine Haut ausmacht, passiert weit weg davon, und genau dieser Teil ist der wichtigere.

Was ich beim Entwickeln dieser Produkte gelernt habe: Haut entsteht von innen, und zwar in einer bestimmten Reihenfolge. Wer diese Reihenfolge verdreht, gibt ein Vermögen für die letzten 10 % aus und lässt die ersten 90 % links liegen. Was ich also tatsächlich mache, ungefähr in der Reihenfolge, in der es zählt, und warum. Manches davon wird dich überraschen, besonders der Teil über den Blutzucker.
In Diesem Artikel
Es beginnt mit Schlaf, nicht mit Seren
Wenn ich von dieser ganzen Liste nur eine Sache behalten dürfte, wäre es Schlaf. Ich verteidige meine acht Stunden so, wie andere ihr Pflegebudget verteidigen.
Ich weiß, wie das klingt. Aber die Haut erledigt den größten Teil ihrer Reparaturarbeit nachts, wenn das Wachstumshormon seinen Höchststand erreicht und sich die Zellen erneuern. In einer Studie hatten Menschen, die schlecht schliefen, mehr sichtbare Alterszeichen und eine langsamere Erholung der Hautbarriere als Menschen, die gut schliefen. Wer am Schlaf spart, verkürzt genau das Zeitfenster, in dem sich die Haut wieder aufbaut.
Gleich dahinter kommt mein Nervensystem. Das klingt schwammig, bis man es in ein Wort übersetzt: Cortisol. Dauerstress hält den Cortisolspiegel hoch, und Cortisol baut Kollagen aktiv ab. Gegen ein dauerhaft gestresstes System kommt kein Serum an. Deshalb zählt für mich alles zur Hautpflege, was mein Nervensystem herunterfährt: Spaziergänge, bewusstes Atmen, echte freie Zeit. Biochemisch gesehen ist es genau das.
Ich esse für meine Haut, Blutzucker inklusive
Auf meinem Teller geht es um zwei Dinge. Das erste ist Protein: Ich peile etwa 30 g pro Mahlzeit an. Kollagen besteht aus Aminosäuren, und ab 35 kämpft man gegen einen langsamen Rückgang an. Also muss man das Rohmaterial großzügig liefern. Die meisten Frauen, die ich kenne, essen zu wenig Protein, ohne es zu merken.
Glykation: was Zucker wirklich mit deinem Kollagen macht
Das zweite ist der Punkt, den fast niemand mit dem eigenen Gesicht in Verbindung bringt: der Blutzucker. Verursacht Zucker Falten? Indirekt ja. Ein hoher Blutzuckerspiegel schädigt Kollagen über einen Prozess namens Glykation.
Diese Erkenntnis hat verändert, wie ich esse. Wenn der Blutzucker in die Höhe schießt, lagert sich überschüssige Glukose an Kollagen und Elastin an. Dabei entstehen Verbindungen mit dem passenden Kürzel AGEs, also Advanced Glycation End-Products. Glykiertes Kollagen wird steif, brüchig und gelblich. In der Dermatologie heißt das sichtbare Ergebnis manchmal „Sugar Sag“, also zuckerbedingtes Erschlaffen. Es ist dieselbe Reaktion, die flüssigen Zucker in harten Karamell verwandelt, nur läuft sie langsam im Kollagen deines Gesichts ab.

Deshalb halte ich meinen Zuckerkonsum niedrig und verzichte weitgehend auf verarbeitete Lebensmittel, nicht wegen meiner Taille, sondern weil ich sehe, wo diese Kette endet: bei meiner Haut. Und wenn ich essen gehe oder Lust auf Sushi mit dem ganzen weißen Reis habe, nehme ich kurz vor der Mahlzeit den Stabiliser von AVEA. Sein Hauptwirkstoff Reducose ist ein Extrakt aus weißen Maulbeerblättern, und Studien zeigen, dass er die Zuckeraufnahme aus einer Mahlzeit dämpft. Damit flacht er genau die Spitze ab, die sonst die Glykation befeuert. Weniger Spitzen bedeuten weniger Glykation und, nach meiner Erfahrung, ruhigere Haut mit weniger Unreinheiten. Es ist das unauffälligste Hautprodukt in meiner Routine und eines meiner liebsten.
Ich trinke außerdem keinen Alkohol und habe nie geraucht. Beides beschleunigt die Hautalterung über oxidativen Stress, und darauf zu verzichten kostet nichts.
Ich trainiere für meine Haut
Ich mache dreimal pro Woche Krafttraining. Nicht direkt für meine Haut, aber die Haut hängt mit allem zusammen, was darunter liegt, und Muskeln sind mehr als nur Muskeln. Sie verhalten sich wie ein endokrines Organ und schütten Botenstoffe aus, die das Gewebe im ganzen Körper unterstützen, während man älter wird. Muskeln Ende dreißig und bis in die Wechseljahre hinein zu erhalten, gehört zum Wirksamsten, was man für sein Aussehen und den eigenen Alterungsprozess tun kann. Punkt.
Dazu kommt etwas ganz Körperliches: Ein kräftiger Körper hat eine andere Haltung, und die sieht man bis ins Gesicht, auch wenn kein Serum etwas damit zu tun hat.
Der eine Pflegeschritt, den ich nie auslasse
Sonnenschutz, jeden einzelnen Tag, ob Regen, Büro oder Schweizer Winter.
Ich bin da kompromisslos, weil die Zahlen kompromisslos sind. Der weitaus größte Teil der sichtbaren Hautalterung geht auf Sonneneinstrahlung zurück und nicht auf die verstrichene Zeit. Täglicher Lichtschutz ist das wirksamste Anti-Aging-Produkt, das je entwickelt wurde, und er kostet weniger als ein einziges edles Serum. Wenn du aus meiner ganzen Routine nur eine Sache mitnimmst, dann diese.

Auf der Haut: immer zuerst die Barriere
Jetzt zum Badezimmerregal selbst. Es ist kleiner, als du denkst, und folgt einem einzigen Prinzip: die Hautbarriere schützen.
Die Hautbarriere ist die vorderste Verteidigungslinie. Sie hält Feuchtigkeit drinnen und Reizstoffe draußen. Wer sie mit aggressiven Wirkstoffen und zu viel Peeling ruiniert, sieht am Ende schlechter aus, deshalb halte ich meine Routine bewusst sanft. Abends reinige ich doppelt, um den Sonnenschutz und den Tag gründlich abzunehmen, und höre dann auf, bevor es zu viel wird.
Ansonsten schaffen es nur wenige Produkte ins Regal:
Mein SkinSpan Serum. Mein Hero-Produkt für außen. Es basiert auf Peptiden, und Peptide sind Botenstoffe: kurze Signale, die den Hautzellen sagen, sich jünger zu verhalten und unter anderem mehr Kollagen zu bilden. Sie bleiben nicht einfach auf der Oberfläche liegen, sondern bringen die Haut dazu, die Arbeit selbst zu machen. Genau darum geht es.
Ein Retinal-Serum, jede zweite Nacht. Retinaldehyd ist der einzige Wirkstoff, den ich mir zumute, denn Retinoide sind der am besten belegte Anti-Aging-Wirkstoff überhaupt, und Retinal ist die sanftere Stufe gegenüber verschreibungspflichtiger Retinsäure. Ich nutze es jede zweite Nacht statt jeden Abend, und am Tag danach immer mit Lichtschutz, weil Retinoide die Haut sonnenempfindlicher machen. Führe es langsam ein, damit die Barriere nicht leidet, und lass es in Schwangerschaft und Stillzeit ganz weg.
Ein Antioxidans-Serum mit Kiefernrinde. Meine einzige Ergänzung außerhalb unseres eigenen Sortiments. Kiefernrinde ist reich an Polyphenolen, und ich nutze sie tagsüber als zusätzlichen Schutz gegen oxidativen Stress, ergänzend zum Lichtschutz.
Rotlicht, 15 Minuten am Tag. Ich sitze vor einem Rotlichtpanel, während ich E-Mails beantworte. Kontrollierte Studien zeigen, dass rotes und nahinfrarotes Licht die Kollagendichte erhöht und feine Linien mildert, indem es die Fibroblasten anregt, also die Zellen, die Kollagen bilden. Es läuft ganz nebenbei, und weil ich ungeduldig bin, passt mir das gut.
Hautroutine einer Longevity-Forscherin: Worauf ich von innen schwöre
Was man aufträgt, erreicht die oberen Hautschichten. Um die tiefere Struktur zu unterstützen, gehe ich von innen heran. Zwei Produkte sind für mich seit Jahren nicht verhandelbar.
Der Collagen Activator. Ich nehme ihn täglich, und zwar länger, als wir ihn offiziell verkaufen. Ich habe ihn mitentwickelt und vertraue dem Wirkprinzip. Statt tierisches Kollagen zu schlucken und auf das Beste zu hoffen, liefert er dem Körper genau die Bausteine, aus denen er sein eigenes Kollagen herstellt, in dem Verhältnis, das die Forschung als optimal ansieht. Dazu kommt das Vitamin C, das der Körper zum Zusammenbau braucht, und Astaxanthin gegen oxidativen Stress. In unserer eigenen klinischen Studie verbesserte er die Hautfeuchtigkeit innerhalb eines Monats, und über sechs Monate zeigte sich ein messbarer Rückgang des biologischen Alters. Wegen dieses letzten Punkts lasse ich ihn nie weg.
Das SkinSpan Supplement. Das Gegenstück zum Serum, nur von innen. Es arbeitet an Barriere und Feuchtigkeit, und darauf baut alles andere auf. Man kann es sich so vorstellen: Es hält die Mauer instand, während die Kollagenarbeit die Struktur dahinter wieder aufbaut.

Wie ich anfangen würde, wenn ich du wäre
Falls das nach viel klingt: Du brauchst nicht alles davon, und schon gar nicht alles auf einmal. Das sage ich als jemand, der genau so lebt. Die Wirkung steckt ganz überwiegend am Anfang der Liste.
Wenn ich noch einmal bei null anfangen würde, ginge ich in dieser Reihenfolge vor. Richtig schlafen. Täglich Lichtschutz. Mehr Protein, weniger Zucker. Muskeln halten. Sanft mit der Hautbarriere umgehen. Und dann, erst dann, die gezielte Unterstützung dazunehmen: ein Peptid-Serum, ein Retinal, wenn die Haut es verträgt, und Kollagenhilfe von innen. Diese letzte Schicht lohnt sich wirklich, aber sie wirkt nur, weil das Fundament steht. Sie ersetzt es nicht.
Das ist im Grunde die ganze Philosophie. Meine Haut sieht nicht wegen eines Wunderprodukts jünger aus, als ich bin. Sie sieht so aus, weil die unspektakulären 90 % erledigt sind. Erst dadurch können die spannenden 10 % überhaupt ihre Arbeit machen.
(Wenn du die innere Ebene, auf die ich mich verlasse, in einem Produkt haben willst: Das Skin Longevity Bundle kombiniert den Collagen Activator mit dem SkinSpan Supplement. Genau diese Kombination nehme ich täglich.)
Quellen & Studien
- Oyetakin-White P, Suggs A, Koo B, et al. Does poor sleep quality affect skin ageing? Clinical and Experimental Dermatology. 2015;40(1):17-22. https://doi.org/10.1111/ced.12455
- Danby FW. Nutrition and aging skin: sugar and glycation. Clinics in Dermatology. 2010;28(4):409-411. https://doi.org/10.1016/j.clindermatol.2010.03.018
- Wunsch A, Matuschka K. A controlled trial to determine the efficacy of red and near-infrared light treatment in patient satisfaction, reduction of fine lines, wrinkles, skin roughness, and intradermal collagen density increase. Photomedicine and Laser Surgery. 2014;32(2):93-100. https://doi.org/10.1089/pho.2013.3616
- Mukherjee S, Date A, Patravale V, Korting HC, Roeder A, Weindl G. Retinoids in the treatment of skin aging: an overview of clinical efficacy and safety. Clinical Interventions in Aging. 2006;1(4):327-348. https://doi.org/10.2147/ciia.2006.1.4.327
- Flament F, Bazin R, Laquieze S, et al. Effect of the sun on visible clinical signs of aging in Caucasian skin. Clinical, Cosmetic and Investigational Dermatology. 2013;6:221-232. https://doi.org/10.2147/CCID.S44686
- AVEA Collagen Activator (Colgevity™) clinical trial: reversing biological age and improving skin elasticity, hydration, and texture. AVEA Longevity Insights. https://insights.avea-life.com/our-scientific-studies/avea-collagen-activator-colgevity-clinical-trial/